Ein Schreiben mit der Androhung eines Fahrverbots oder gar der Entziehung der Fahrerlaubnis trifft viele Autofahrer unvorbereitet. Plötzlich droht der Verlust des Führerscheins – und damit oft die Grundlage für den beruflichen Alltag. Wir prüfen als Fachanwälte für Verkehrsrecht jeden Bescheid auf Fehler und zeigen Ihnen, welche Fristen laufen. Wenn Sie eine Anhörung der Fahrerlaubnisbehörde erhalten, zählt jeder Tag.
Die Begriffe Fahrverbot, Fahrerlaubnisentziehung und MPU werden oft verwechselt. Dabei hat jede Maßnahme andere rechtliche Voraussetzungen und unterschiedliche Folgen. Wer die Unterschiede kennt, kann frühzeitig reagieren und im besten Fall den Führerschein behalten. Wir klären Sie auf, was jeweils passiert und wie wir Sie vertreten.
Fahrverbot versus Fahrerlaubnisentziehung – zwei unterschiedliche Sanktionen
Ein Fahrverbot bedeutet, dass Sie Ihren Führerschein für eine bestimmte Dauer – meist ein bis drei Monate – bei der Behörde abgeben müssen. Danach bekommen Sie das Dokument automatisch zurück. Die Fahrerlaubnis bleibt bestehen, es wird lediglich eine Sperre verhängt. Das gilt typischerweise bei Verkehrsstrafverfahren mit Bußgeldbescheid oder strafrechtlicher Verurteilung. Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn das Verfahren Ermittlungsfehler aufweist.
Anders sieht es bei der Entziehung der Fahrerlaubnis aus. Hier entzieht die Führerscheinstelle Ihnen die Berechtigung vollständig. Sie dürfen kein Kraftfahrzeug mehr führen. Eine Neuerteilung ist nur möglich, wenn Sie Ihre Eignung wieder nachweisen. Dafür fordert die Behörde häufig ein Gutachten. Eine solche Maßnahme erfolgt meist, wenn erhebliche Zweifel an der Fahreignung bestehen – etwa nach Alkohol- oder Drogenverstößen, bei Punkten im Verkehrszentralregister oder nach strafrechtlichen Verurteilungen. Gegen den Bescheid kann vor dem Verwaltungsgericht geklagt werden.
Fahrverbot richtig einordnen und fristgerecht anfechten
Typischerweise treffen Sie mit einem Fahrverbot im Rahmen eines Bußgeldverfahrens zusammen. Die Behörde greift ein, wenn Sie sich etwa an Geschwindigkeitsüberschreitungen, falschen Abständen oder Rotlichtverstößen beteiligen. In diesem Fall müssen Sie den Führerschein zwar abgeben, die Fahrerlaubnis selbst bleibt aber bestehen. Das ist der wesentliche Unterschied zur Entziehung. Sollten für den Bußgeldbescheid Fehler vorliegen, prüfen wir, ob ein Einspruch Erfolg verspricht. Oft geht es um ungenaue Messprotokolle, falsche Blitzerstandorte oder Mängel in der Ermittlung. Wir holen die Akten ein und analysieren den Fall. Dadurch lässt sich das Fahrverbot unter Umständen vermeiden. Da Fristen hier extrem streng gehandhabt werden, ist zügiges Handeln geboten.
Fahrerlaubnisentziehung und der Weg zur Neuerteilung
Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist weit gravierender. Die Führerscheinstelle stellt fest, dass Sie ungeeignet sind, ein Fahrzeug zu führen. Das Dokument wird eingezogen. Eine Neuerteilung erfolgt nicht automatisch nach einer Frist. Sie müssen einen neuen Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde stellen. Die Behörde fordert dann regelmäßig den Nachweis Ihrer Eignung. Das kann ein ärztliches Gutachten sein oder die Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Wer diese Hürden übersieht, riskiert eine erneute Ablehnung. Wenn Sie den Bescheid erhalten, prüfen wir sofort, ob die Maßnahme rechtmäßig ist. Oft sind die Voraussetzungen für die Entziehung nicht erfüllt. Wir vertreten Sie auch vor dem Verwaltungsgericht, wenn die Behörde sich nicht korrekt verhält.
Die MPU – Medizinisch-Psychologische Untersuchung als Eignungstest
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, oft MPU genannt, ist ein Instrument der Fahrerlaubnisbehörde, um die Eignung eines Autofahrers zu überprüfen. Sie wird angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen. Solche Zweifel können durch Alkohol- oder Drogenkonsum entstehen, durch erhebliche Punkte im Verkehrszentralregister oder nach strafrechtlichen Verurteilungen. Die Fahrerlaubnisbehörde fordert Sie dann auf, ein Gutachten beizubringen. Kommen Sie dieser Aufforderung nicht nach, wird die Fahrerlaubnis entzogen.
Die MPU umfasst medizinische, psychologische sowie verkehrspsychologische Komponenten. Ziel ist es nicht, Ihnen das Fahren generell abzugewöhnen, sondern zu klären, ob Sie wieder sicher und verkehrsgerecht fahren können. Bestehen Sie das Gutachten, können Sie um die Neuerteilung der Fahrerlaubnis bitten. Wir beraten Sie, ob der Auftrag zur MPU rechtmäßig ergangen ist und ob er angegriffen werden kann. Gelegentlich ist die Anordnung fehlerhaft, weshalb ein Anwalt intervenieren sollte.
Schnelle rechtliche Prüfung – warum jeder Tag zählt
Wenn Sie Post von der Fahrerlaubnisbehörde oder der Staatsanwaltschaft erhalten, läuft oft eine Frist. Eine Anhörung müssen Sie fristgerecht beantworten. Gegen einen Bescheid der Fahrerlaubnisbehörde haben Sie nur vier Wochen Zeit, um vor dem Verwaltungsgericht zu klagen. Wenn Sie diese Frist verpassen, ist der Bescheid bestandskräftig. Eine spätere Korrektur ist kaum noch möglich.
Je früher unsere Kanzlei die Akten einsehen kann, desto größere Optionen haben wir. Sollte die Sperre bereits verhängt sein, können wir bereits die Voraussetzungen für die Neuerteilung vorbereiten. Wir prüfen, ob ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid Sinn ergibt oder ob wir die Anordnung der MPU angreifen. Warten Sie nicht, bis die Sperre endgültig abläuft. Rufen Sie uns sofort an, sobald ein Schreiben bei Ihnen eingeht. So können wir Fristen wahren und Ihre Fahrerlaubnis aktiv schützen.
Jetzt Kontakt aufnehmen
Wenn Ihnen ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis droht, zögern Sie nicht. Wir prüfen Ihren Fall und zeigen Ihnen, welche Schritte möglich sind. Eine schnelle Reaktion kann entscheidend sein.

